Wochenkalender 21. bis 25. September 2026 mit den Terminen je Tag; hervorgehoben sind das Treffen von Trump und Xi am Donnerstag, die Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch, der ifo-Index am Donnerstag und der Auftragseingang langlebiger Güter am Freitag

Die Woche voraus: Trump trifft Xi — und die Stimmung wird gemessen

20. September 2026 · marktradar Beiträge · Wochenausblick 21.–25. September
📅 Diese Woche ist vorbei — zum aktuellen Wochenausblick (28. September – 2. Oktober)

Vergangene Woche machten die Notenbanken die Kurse: Die Fed erhöhte zum ersten Mal seit 2023, die Bank of Japan hob auf den höchsten Zins seit 31 Jahren, die Bank of England blieb stehen. Diese Woche übernehmen zwei andere Kräfte. Am Donnerstag empfängt Donald Trump Chinas Präsident Xi Jinping im Weißen Haus — der Termin steht inzwischen fest, auf dem Tisch liegen Zollerleichterungen von rund 30 Milliarden Dollar und der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Und ab Mittwoch kommen die ersten Konjunkturdaten, die den Monat nach der Zinswende abbilden: die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone und die USA, am Donnerstag der ifo-Index.

Dazu zwei Unternehmenstermine, die mehr erzählen als ihre Größe vermuten lässt: McDonald's lädt am Mittwoch zum Investor Day — mit der Aktie auf dem 52-Wochen-Tief —, und Costco legt am Donnerstagabend Zahlen vor.

Alle Termine im Überblick

Montag, 21. September

12:30 Uhr🇺🇸 USA — Rede von Fed-Mitglied Austan Goolsbee (Chicago Fed)
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Chicago-Fed-Index der Wirtschaftsaktivität (August)
zur Eröffnung📈 Indizes — Quartalsumstellung: Nike verlässt den S&P 100

Dienstag, 22. September

ganztägig🇺🇳 New York — Beginn der UN-Generaldebatte, Rede von Präsident Trump erwartet
14:15 Uhr🇺🇸 USA — ADP-Arbeitsmarktbericht
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Philadelphia-Fed-Dienstleistungsindex (September)
16:05 Uhr🇺🇸 USA — Fed-Vize John Williams spricht 🌶️

Mittwoch, 23. September

09:30 Uhr🇩🇪 Deutschland — Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleistungen (September, vorläufig) 🌶️
10:00 Uhr🇪🇺 Eurozone — Einkaufsmanagerindex (September, vorläufig) 🌶️
13:00 Uhr🇺🇸 USA — MBA-Hypothekenanträge (wöchentlich)
15:45 Uhr🇺🇸 USA — Einkaufsmanagerindex (September, vorläufig) 🌶️
im Tagesverlauf🍔 McDonald's — Investor Day mit mittelfristigen Zielen

Donnerstag, 24. September

10:00 Uhr🇩🇪 Deutschland — ifo-Geschäftsklimaindex (September) 🌶️
10:00 Uhr🇪🇺 EU — Treffen der Minister für Binnenmarkt und Industrie
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe · Leistungsbilanz (2. Quartal)
16:00 Uhr🇺🇸 USA — Verkäufe neuer Häuser (August)
17:00 Uhr🇺🇸 USA — Kansas-City-Fed-Index für das verarbeitende Gewerbe (September)
Zeit offen🇺🇸🇨🇳 Washington — Trump empfängt Xi Jinping im Weißen Haus 🌶️
nach Schluss🛒 Costco — Zahlen zum vierten Geschäftsquartal

Freitag, 25. September

08:00 Uhr🇩🇪 Deutschland — GfK-Konsumklima (Oktober)
10:00 Uhr🇪🇺 Eurozone — Geldmenge M3 und Kreditvergabe (August)
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Auftragseingang langlebiger Güter (August) 🌶️
16:00 Uhr🇺🇸 USA — Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (September, endgültig)
17:00 Uhr🇺🇸 USA — Kansas-City-Fed-Index für Dienstleistungen (September)

Alle Zeiten in MESZ. Die wichtigsten Termine stehen auch im Termin-Kalender auf der Startseite — mit Countdown.

🌶️ Donnerstag: Trump trifft Xi im Weißen Haus

Es ist das zweite Treffen der beiden in diesem Jahr — im Mai kamen sie in Peking zusammen — und diesmal ist Xi der Gast. Der Anlass ist handfest: Der im Mai vereinbarte Handelsfrieden läuft aus, und beide Seiten streiten darüber, wie lange er überhaupt gelten sollte. Chinas Handelsministerium bestätigte am vergangenen Donnerstag, dass über Zollsenkungen im Umfang von rund 30 Milliarden Dollar verhandelt wird: China erwartet zoll- oder fast zollfreie Einfuhren in dieser Größenordnung und bietet dafür die im Mai zugesagten Käufe an; Washington will im Gegenzug zusätzliche Abnahmen herausholen. Als wahrscheinlich gelten Abkommen zu Agrarprodukten und Flugzeugen — Trump hat Boeing mehrfach ins Spiel gebracht.

Neu ist das dritte Thema: künstliche Intelligenz. Beim Treffen im Oktober vergangenen Jahres ging es um seltene Erden, Sojabohnen und Halbleiter, im Mai um Nahost und Taiwan — diesmal erwarten viele Beobachter, dass der Umgang mit den Sicherheitsrisiken von KI im Mittelpunkt steht. Für Anleger ist das die interessanteste Unbekannte: Exportregeln für Chips sind bisher das schärfste Instrument der USA, und jede Bewegung in diese Richtung trifft Nvidia, AMD und die gesamte Lieferkette.

Warum das für deutsche Depots zählt: Der DAX ist ein Index von Exporteuren. Autobauer, Chemie und Maschinenbau verdienen in China — und sie leiden zugleich unter chinesischer Konkurrenz. Ein Zollpaket zwischen Washington und Peking verschiebt Handelsströme, ohne dass Europa am Tisch sitzt. Der politische Hintergrund erklärt die Milde: Am 3. November sind in den USA Zwischenwahlen, und Trump kann im Wahlkampf weder höhere Preise noch eine zweite Front neben dem Nahost-Konflikt gebrauchen. Eine Zeitangabe für das Treffen gibt es noch nicht — die Schlagzeilen können also mitten im US-Handel kommen.

🌶️ Mittwoch und Donnerstag: Die erste Messung nach der Zinswende

Am Mittwoch veröffentlicht S&P Global die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes, am Donnerstag folgt der ifo-Index. Beide fragen Unternehmen, wie sie die Lage einschätzen — und beide decken erstmals den Zeitraum nach dem Zinsschritt der Fed und der Ölpreisspitze ab. Über 50 Punkten bedeutet beim PMI Wachstum, darunter Schrumpfung.

Die Ausgangslage ist besser, als die deutsche Stimmungslage vermuten lässt. Im August stieg der Sammelindex der Eurozone auf 52,1 Punkte — den höchsten Stand seit neun Monaten. Die Industrie kam auf 52,7 Punkte, den besten Wert seit Mai 2022, angetrieben ausgerechnet von Deutschland mit dem stärksten Zuwachs seit über vier Jahren. Zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren stiegen die Exportaufträge wieder, und die Beschäftigung wuchs erstmals in diesem Jahr. Der ifo-Index kletterte im August auf 88,8 Punkte nach 86,7 im Juli, die Exporterwartungen sprangen auf den höchsten Wert seit Februar 2022. Anfang September haben mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen deutlich angehoben — mit der Begründung, die Exporte liefen überraschend gut und der Iran-Krieg treffe die deutsche Wirtschaft weniger hart als befürchtet.

Genau das macht diese Woche interessant. Die Erwartungen sind gestiegen, und die Rahmenbedingungen haben sich seither verschlechtert: höhere Energiepreise, ein Euro bei 1,149 Dollar und eine Fed, die den Zins nicht senkt, sondern erhöht. Halten die Umfragen dem stand, ist der Aufschwung robuster als gedacht. Knicken sie ein, war es eine Zwischenerholung — und der DAX, der vergangene Woche 1,0 % verlor und 4,9 % unter seinem Rekord steht, hätte ein Argument weniger.

🌶️ Mittwoch: McDonald's — der Investor Day am Tiefpunkt

Es gibt Termine, die ein Unternehmen lieber bei besserem Wetter abhalten würde. McDonald's stellt am Mittwoch seine mittelfristige Strategie vor — und die Aktie schloss am Freitag bei 248,24 Dollar, nur 59 Cent über ihrem 52-Wochen-Tief und rund 27 % unter dem Hoch von 341,75 Dollar. Nach einer Auswertung von Trefis war McDonald's Mitte September der größte Wert im S&P 500, der auf seinem Jahrestief notierte.

Der Grund ist nicht die Gewinnzahl, sondern der Gast, der nicht kommt: Im zweiten Quartal lag der Gewinn je Aktie mit 3,38 Dollar über den erwarteten 3,32, doch die vergleichbaren Umsätze wuchsen weltweit nur noch 1,3 %, in den USA 0,8 %. Konzernchef Chris Kempczinski sagte den Analysten, man habe „kein Strategieproblem“, sondern im Quartal in der Umsetzung gepatzt. Das neue Wertmenü unter drei Dollar hat die Kunden nicht zurückgeholt. Erwartet werden jetzt harte Ziele zu Menü, Umbauten, Digital- und Treueprogrammen — und genau daran wird sich die Aktie messen lassen: Kommen konkrete Zahlen, gibt es einen Anker; bleibt es bei Absichtserklärungen, fehlt der Grund für den Wiedereinstieg. Bemerkenswert nebenbei: Am 17. September erhöhte der Konzern die Quartalsdividende auf 1,93 Dollar — die 50. Erhöhung in Folge, womit McDonald's in den Kreis der „Dividendenkönige“ aufsteigt. Ein Unternehmen, das ein halbes Jahrhundert lang jedes Jahr mehr ausschüttet, hat andere Probleme als existenzielle.

Und der Rest der Woche

Was aus der Vorschau der letzten Woche wurde: Alle drei Notenbanken haben geliefert, was wir angekündigt hatten — mit einer Überraschung. Die Fed erhöhte am Mittwoch um 0,25 Punkte auf 3,75 bis 4,00 %, einstimmig. Die Bank of England blieb am Donnerstag mit 6:3 Stimmen bei 3,75 %; die drei Abweichler forderten wie im Juli eine Erhöhung, und die britische Inflation stieg im August auf 3,1 %. Die Bank of Japan erhöhte am Freitag auf 1,25 % — den höchsten Zins seit 1995 —, bei 7:2 Stimmen. Der Yen reagierte gegen jede Lehrbuchlogik: Er fiel, von 153,4 auf 156,9 je Dollar. Grund ist der Ausblick, den der Markt als zurückhaltend las, kombiniert mit einer Fed, die zwei Tage zuvor in die andere Richtung gegangen war. Die Zinsdifferenz bleibt damit groß genug, dass sich Kredite in Yen weiterhin lohnen — das Gegenteil des Kursrutsches vom August 2024, vor dem wir gewarnt hatten. Der Clarity Act scheiterte, wie in unserem Beitrag beschrieben.

Der Stand zum Wochenstart

WertSchluss 18.9.WocheAbstand zum 52-Wochen-Hoch
DAX25.304−1,0 %−4,9 %
S&P 5007.650−0,1 %−2,1 %
Nasdaq Composite26.523+0,7 %−2,5 %
US-Rendite 10 Jahre5,00 %+0,03 Pkt.am Hoch
Gold4.425 $+0,4 %−20,8 %
Brent (Dezember-Kontrakt)99,29 $–−21,3 %
Euro / Dollar1,149–−4,4 %
Dollar / Yen156,9Yen −2,2 %–
Bitcoin80.445 $+4,3 %−36,3 %
VIX (Schwankungsindex)14,8–ruhig

Kurse aus unseren eigenen Kursdaten, Schlusskurse vom 18. September 2026; Bitcoin und Yen zum Stand Sonntagmittag. Die Wochenveränderung misst gegen den Schluss vom 11. September. Brent wird seit Freitag im Dezember-Kontrakt notiert — der November-Kontrakt schloss bei 103,68 Dollar; mehr dazu in unserem Beitrag zum Pipeline-Ausfall.

Der rote Faden: Vergangene Woche haben die Notenbanken entschieden, diese Woche wird geprüft, was ihre Entscheidungen anrichten. Mittwoch und Donnerstag zeigen die Umfragen, ob Europas Erholung den höheren Zinsen und Energiepreisen standhält; Freitag zeigt der US-Auftragseingang dasselbe für Amerika. Dazwischen liegt der Gipfel im Weißen Haus, der an einem Nachmittag mehr bewegen kann als alle Datenpunkte zusammen — und dessen Uhrzeit niemand kennt. Wer diese Woche Positionen hält, sollte Mittwochvormittag, Donnerstag ganztägig und Freitagnachmittag im Kalender markieren.

Quellen: Termine nach den Wirtschaftskalendern der Anbieter sowie den Ankündigungen der Institute; Trump-Xi-Gipfel via Euronews und Seoul Economic Daily; UN-Generaldebatte via Vereinte Nationen; PMI-Daten via S&P Global, ifo-Werte via ifo Institut; McDonald's via Seeking Alpha und Simply Wall St; Costco-Termin und Konsens via Costco und TipRanks; Indexumstellung via S&P Dow Jones Indices; Bank of England via Bank of England, Bank of Japan via CNBC. Kurse aus unseren eigenen Kursdaten.

Keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Termine und Uhrzeiten können sich kurzfristig ändern; für den Gipfel am Donnerstag lag zum Redaktionsschluss keine offizielle Uhrzeit vor. Erwartungswerte sind Analystenschätzungen, keine Prognosen mit Gewähr. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 20. September 2026.