Wochenkalender 28. September bis 2. Oktober 2026 mit den Terminen je Tag; hervorgehoben sind die US-Kerninflation PCE mit dem Bruttoinlandsprodukt und die Micron-Zahlen am Mittwoch, der ISM-Index am Donnerstag, die Inflation der Eurozone und der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Dazu der Stand zum Wochenstart.

Die Woche voraus: Dreimal Inflation, einmal Arbeitsmarkt — und Micron

27. September 2026 · marktradar Beiträge · Wochenausblick 28. September – 2. Oktober

Zwei Notenbanken haben im September die Zinsen erhöht: die EZB am 10. September auf 2,50 Prozent, die Fed eine Woche später auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Diese Woche zeigt sich, ob sie damit richtig lagen. Am Mittwoch kommen die deutsche Inflation und die US-Kerninflation PCE, am Freitag die Inflation der Eurozone und der US-Arbeitsmarktbericht. Dazwischen legt am Mittwochabend Micron Zahlen vor — der Speicherchip-Hersteller ist inzwischen der wichtigste Gradmesser für den KI-Boom neben Nvidia.

Im Hintergrund steht eine Zahl, die in allen Terminen mitschwingt: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat die Woche bei 5,18 Prozent beendet, dem höchsten Schlussstand seit 2007.

Alle Termine im Überblick

Montag, 28. September

vorbörslich₿ Strategy — Wochenmeldung zu Bitcoin-Käufen und Aktienverkäufen (unser Beitrag)
15:30 Uhr🇪🇺 Eurozone — EZB-Präsidentin Lagarde vor dem Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments
im Tagesverlauf🇺🇸🇨🇳 USA — Details zum Zollpaket mit China angekündigt

Dienstag, 29. September

06:30 Uhr🇦🇺 Australien — Zinsentscheid der RBA
vorbörslich🛳️ Carnival — Zahlen zum dritten Quartal, Telefonkonferenz 16:00 Uhr
im Tagesverlauf🇩🇪 2G Energy — vorläufige Halbjahreszahlen (unser Beitrag)
16:00 Uhr🇺🇸 USA — Verbrauchervertrauen des Conference Board (September) · offene Stellen JOLTS (August)

Mittwoch, 30. September

03:30 Uhr🇨🇳 China — Einkaufsmanagerindizes des Statistikamts (September)
14:00 Uhr🇩🇪 Deutschland — Inflation (September, vorläufig)
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Kerninflation PCE (August) und BIP (2. Quartal, dritte Schätzung), beides mit Jahresrevision 🌶️
17:45 Uhr🇪🇺 Eurozone — Rede von EZB-Direktorin Isabel Schnabel
nach Schluss💾 Micron — Zahlen zum vierten Geschäftsquartal, Telefonkonferenz 22:30 Uhr 🌶️
Stichtag📈 Ende des dritten Quartals

Donnerstag, 1. Oktober

11:00 Uhr🇪🇺 Eurozone — Arbeitslosenquote (August)
16:00 Uhr🇺🇸 USA — ISM-Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 🌶️
im Tagesverlauf🇩🇪 2G Energy — erster Kapitalmarkttag
22:15 Uhr👟 Nike — Zahlen zum ersten Geschäftsquartal

Freitag, 2. Oktober

11:00 Uhr🇪🇺 Eurozone — Inflation (September, Schnellschätzung) 🌶️
14:30 Uhr🇺🇸 USA — Arbeitsmarktbericht (September) 🌶️
im Tagesverlauf🚗 Tesla — Auslieferungen im dritten Quartal

Alle Zeiten in MESZ. Die wichtigsten Termine stehen auch im Termin-Kalender auf der Startseite — mit Countdown.

🌶️ Mittwoch: Die US-Inflation — und eine Revision der Vergangenheit

Die PCE-Preise sind das Inflationsmaß, auf das die Fed selbst schaut. Im Juli stiegen sie um 3,7 Prozent zum Vorjahr, ohne Energie und Lebensmittel um 3,3 Prozent — weit über dem Ziel von 2 Prozent. Die August-Zahl ist die erste Inflationsmessung nach der Zinserhöhung vom 16. September.

Diesmal kommt etwas hinzu: Das Statistikamt BEA veröffentlicht an diesem Tag erstmals alle seine jährlichen Überarbeitungen gleichzeitig — für das Wachstum, die Einkommen und den Konsum. Das zweite Quartal wurde bisher mit einem Wachstum von 1,5 Prozent (aufs Jahr gerechnet) gemeldet, das laufende dritte Quartal schätzt die Fed von Atlanta mit ihrem Modell GDPNow auf 5,0 Prozent. Werden frühere Quartale deutlich nach oben oder unten korrigiert, ändert sich das Bild, auf dem die Fed ihre Entscheidungen aufbaut. Die Zahl mit der größten Wirkung auf die Kurse bleibt trotzdem die Kerninflation: Liegt sie erneut über 3 Prozent, wird der Markt eine zweite Erhöhung noch in diesem Jahr wahrscheinlicher einpreisen.

🌶️ Mittwoch und Freitag: Europas Inflation und die Energie

In Deutschland lag die Inflation im August bei 2,9 Prozent. Getrieben wurde sie fast ausschließlich von der Energie: Kraftstoffe kosteten 27,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, Heizöl 49,6 Prozent. Ohne Energie waren es 2,2 Prozent. In der Eurozone stieg die Rate im August auf 3,2 Prozent, den höchsten Wert seit September 2023; die Kernrate lag bei 2,4 Prozent.

Bemerkenswert ist ein Detail der deutschen Zahlen: Strom (−5,5 Prozent) und Gas (−2,9 Prozent) waren für Haushalte im August noch billiger als vor einem Jahr, weil Versorger ihre Tarife erst mit Verzögerung anpassen. Der Großhandelspreis für Gas hat sich seit Jahresanfang aber mehr als verdoppelt — mehr dazu in unserem Beitrag zur Gaskrise vor dem Winter. Dieser Posten dürfte die Inflation in den Wintermonaten zusätzlich nach oben ziehen.

Die EZB hat am 10. September einstimmig erhöht; Lagarde nannte den Schritt „einen Selbstläufer“ und erwartet, dass die Inflation erst gegen Ende 2027 zum Ziel zurückkehrt. Ihr Auftritt im EU-Parlament am Montag ist die erste Gelegenheit, bei der sie sich zu einem weiteren Schritt am 29. Oktober äußern kann. Die Zahlen vom Mittwoch und Freitag entscheiden mit darüber, wie deutlich sie das tut.

🌶️ Donnerstag und Freitag: ISM und Arbeitsmarkt

Die US-Industrie wächst weiter, verliert aber an Tempo. Der ISM-Index fiel im August auf 54,6 Punkte nach 55,6 im Juli, dem höchsten Wert seit Mai 2022. Die Einkaufspreise blieben mit 71,1 Punkten hoch — die Unternehmen berichten von teurerem Treibstoff und höheren Frachtkosten seit dem Iran-Krieg. Die Beschäftigungskomponente sank auf 51,2.

Am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht. Im August entstanden 162.000 neue Stellen, deutlich mehr als im Schnitt der zwölf Monate davor (31.000), die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent, die Stundenlöhne stiegen um 3,1 Prozent zum Vorjahr. Juni und Juli wurden nach oben korrigiert. Für September erwarten Ökonomen laut CNBC rund 100.000 neue Stellen. Die Frage für die Fed ist einfach: Hält der Arbeitsmarkt die höheren Zinsen aus? Ein starker Bericht zusammen mit hoher Kerninflation am Mittwoch wäre das Szenario, in dem die zehnjährige Rendite weiter steigt. Beruhigend für den Termin: Der Kongress hat die Regierung bis zum 11. Dezember finanziert, einen Shutdown zum 1. Oktober gibt es nicht.

🌶️ Mittwochabend: Micron

Micron hat für das vierte Geschäftsquartal 50 Milliarden Dollar Umsatz (plus/minus eine Milliarde) und einen bereinigten Gewinn von 31 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Zum Vergleich: Im Quartal davor waren es 41,5 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor 9,3 Milliarden. Die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren hat Micron in eine Liga mit den größten Chipkonzernen gehoben.

Die Aktie ist mit 1.082 Dollar allein in der vergangenen Woche um 6,5 Prozent gestiegen und steht knapp 11 Prozent unter ihrem Hoch. Ein Teil der guten Nachricht ist also eingepreist. Der Optionsmarkt rechnet bis Freitag mit einer Bewegung von rund ±8,5 Prozent. Wie bei früheren Berichten dürfte der Ausblick auf das nächste Quartal mehr zählen als die Zahl selbst.

Und der Rest der Woche

Was aus der Vorschau der letzten Woche wurde: Das Treffen von Trump und Xi endete mit einem begrenzten Ergebnis: Beide Seiten senken die Zölle auf Waren im Wert von je 30 Milliarden Dollar und beginnen einen Dialog über künstliche Intelligenz; ein Handelsrat soll weitere Streitfragen verhandeln. Ein großes Abkommen blieb aus. Die Stimmungsumfragen fielen besser aus als erwartet: Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone stieg auf 53,1 Punkte, den höchsten Stand seit April 2023, und der ifo-Index legte zum fünften Mal in Folge auf 89,9 Punkte zu. McDonald's verlor nach dem Investor Day 4 Prozent; der Konzern sagte den Franchise-Nehmern 8,5 Milliarden Dollar Unterstützung bis 2036 zu. Costco übertraf mit 6,75 Dollar Gewinn je Aktie die Erwartung von 6,55 Dollar, die Aktie reagierte kaum. Der Auftragseingang langlebiger Güter stagnierte, statt wie erwartet um 0,4 Prozent zu fallen; die Investitionsgüter ohne Flugzeuge stiegen um 1,6 Prozent.

Der Stand zum Wochenstart

WertSchluss 25.9.WocheAbstand zum 52-Wochen-Hoch
DAX25.409+0,4 %−4,4 %
S&P 5007.743+1,2 %−0,7 %
Nasdaq Composite27.069+2,1 %−0,6 %
US-Rendite 10 Jahre5,18 %+0,19 Pkt.am Hoch
Gold4.321 $−2,3 %−18,7 %
Brent (Dezember-Kontrakt)97,44 $−1,9 %–
Erdgas TTF72,07 €−9,4 %−12,7 %
Euro / Dollar1,140−0,7 %−5,1 %
Bitcoin84.977 $+5,0 %−31,9 %
VIX (Schwankungsindex)14,9–ruhig

Kurse aus unseren eigenen Kursdaten, Schlusskurse vom 25. September 2026; Bitcoin zum Stand Sonntagmittag. Die Wochenveränderung misst gegen den Schluss vom 18. September; bei Brent gegen den damaligen Dezember-Kontrakt (99,29 Dollar).

Der rote Faden: Die Notenbanken haben im September erhöht, die Anleiherenditen stehen am Hoch — und trotzdem notieren S&P 500 und Nasdaq fast am Rekord, getragen von KI-Werten wie Micron. Diese Woche prüft, ob beides zusammenpasst. Heiße Inflationszahlen und ein starker Arbeitsmarkt würden die Renditen weiter treiben und die hohen Bewertungen unter Druck setzen. Wer Positionen hält, sollte Mittwoch ab 14 Uhr, Mittwochabend und Freitag ab 11 Uhr im Kalender markieren.

Quellen: Termine nach den Wirtschaftskalendern der Anbieter und den Ankündigungen der Institute; EZB-Termine laut Wochenkalender der EZB; PCE und BIP laut BEA; Eurozonen-Inflation laut Eurostat; deutsche Inflation laut Destatis; Arbeitsmarkt laut BLS; ISM und JOLTS via TD Economics und BLS; EZB-Entscheid laut EZB und CNBC; RBA-Erwartungen via Commonwealth Bank; Unternehmenstermine laut Micron, Nike und Carnival; Erwartungen und Wochenüberblick via CNBC; Tesla-Schätzungen via Motley Fool; Haushaltsfinanzierung via NPR; Trump-Xi-Treffen via CNBC; ifo via ifo Institut; McDonald's via Yahoo Finance; Costco laut Costco; langlebige Güter laut US Census Bureau. Kurse und die aus Optionspreisen abgeleitete Micron-Erwartung aus unseren eigenen Daten.

Keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Termine und Uhrzeiten können sich kurzfristig ändern. Erwartungswerte sind Schätzungen von Analysten und Ökonomen, keine Prognosen mit Gewähr. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 27. September 2026.