Wochenkalender 14. bis 18. September 2026 mit den Terminen je Tag; hervorgehoben sind Fed-Zinsentscheid, Bank of England, Bank of Japan und die Clarity-Act-Abstimmung

Die Woche voraus: Drei Notenbanken in drei Tagen

12. September 2026 · marktradar Beiträge · Wochenausblick 14.–18. September
📅 Diese Woche ist vorbei — zum aktuellen Wochenausblick (28. September – 2. Oktober)

Es gibt Wochen, in denen der Kalender die Kurse macht — diese ist so eine. Von Mittwoch bis Freitag entscheiden nacheinander die US-Notenbank Fed, die Bank of England und die Bank of Japan über ihre Zinsen, alle drei mit gespaltenen Gremien und alle drei unter demselben Druck: Der Energiepreisschock aus dem Iran-Krieg treibt die Inflation, während die Konjunktur schwächelt. Dazu kommen eine Abstimmung im US-Senat, die über die Zukunft der Krypto-Regulierung entscheidet, der Start von Circles Blockchain, die Take-Two-Hauptversammlung — und am Freitag der große Verfallstag an den Terminbörsen.

Alle Termine im Überblick

Montag, 14. September

06:30 Uhr🇯🇵 Japan — Industrieproduktion

Dienstag, 15. September

ganztägig🇺🇸 USA — Beginn der zweitägigen Fed-Sitzung
20:15 Uhr🇺🇸 USA — Clarity Act: Verfahrensabstimmung im Senat — wichtig für Bitcoin und Krypto 🌶️

Mittwoch, 16. September

20:00 Uhr🇺🇸 USA — Fed-Zinsentscheid samt Projektionen und Dot Plot 🌶️
20:30 Uhr🇺🇸 USA — Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh
ganztägig🪙 Circle — Start des Arc-Mainnets (unsere Analyse)

Donnerstag, 17. September

13:00 Uhr🇬🇧 Großbritannien — Zinsentscheid der Bank of England 🌶️
15:00 Uhr🇺🇸 Take-Two — Hauptversammlung, virtuell (unsere Analyse)

Freitag, 18. September

06:00 Uhr🇯🇵 Japan — Zinsentscheid der Bank of Japan 🌶️
vormittags🇯🇵 Japan — Verbraucherpreise August
08:00 Uhr🇩🇪 Deutschland — Erzeugerpreise August
ganztägig🇪🇺 Eurozone — informelles Treffen der EU-Finanzminister und der Eurogruppe
15:15 Uhr🇺🇸 USA — Industrieproduktion August
Handelsschluss📈 Terminbörsen — großer Verfallstag („Hexensabbat")

Alle Zeiten in MESZ. Die wichtigsten Termine stehen auch im Termin-Kalender auf der Startseite — mit Countdown.

🌶️ Mittwoch, 20:00 Uhr: Die Fed — Münzwurf mit Dot Plot

Es ist der ungewöhnlichste Fed-Termin seit Jahren, weil nicht über eine Senkung debattiert wird, sondern über eine Erhöhung. Der Leitzins liegt seit fünf Sitzungen bei 3,50 bis 3,75 %; zuletzt stimmten drei Mitglieder für einen Schritt nach oben — so viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016. Fed-Chef Kevin Warsh hat die Erwartungen in Jackson Hole selbst gedreht: Die unterliegenden Inflationstrends hätten sich „nicht wesentlich verbessert", die Fed habe „noch Arbeit vor sich". Vor der Rede lag die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen bei rund 70 %, danach preisten die Terminmärkte eine Erhöhung mit 56 bis 66 % ein; Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket liegen mit 48 bis 49 % näher an einem echten Münzwurf. Citi widerspricht ausdrücklich: Für eine Erhöhung werde sich im Gremium keine Mehrheit finden.

Wichtiger als der Beschluss selbst könnte der Dot Plot sein — die Zinsprognosen der einzelnen Mitglieder, die es nur viermal im Jahr gibt. Schon im Juni signalisierte der Median erstmals eine Erhöhung auf 3,8 %. Für Anleger heißt das: Selbst wenn die Fed am Mittwoch stillhält, kann der Dot Plot den Markt bewegen — und Warsh verzichtet bewusst auf frühzeitige Festlegungen, was jede Pressekonferenz zum Ereignis macht. Betroffen sind besonders zinssensible Werte: Tech- und Wachstumsaktien, Gold (seit Januar 21 % unter dem Hoch) und die Rohstoffrallye.

🌶️ Dienstag, 20:15 Uhr: Der Clarity Act — Alles oder nichts für Krypto

Hier geht es nicht um Zinsen, sondern um Spielregeln: Der Digital Asset Market Clarity Act soll erstmals bundesweit festlegen, welche Kryptowerte als Wertpapier (Zuständigkeit SEC) und welche als Rohstoff (Zuständigkeit CFTC) gelten, dazu Registrierungspflichten und Geldwäscheregeln. Das Repräsentantenhaus hat das Gesetz bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, im Mai 2026 passierte es den Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9.

Am Dienstag kommt die Verfahrensabstimmung (Cloture): Es braucht 60 Stimmen, damit der Senat überhaupt in die Debatte einsteigen darf — eine Abstimmung über das Gesetz selbst ist es noch nicht. Scheitert sie, ist das Vorhaben für dieses Jahr praktisch tot; der Kalender lässt bis zur Wahlpause nur 14 Sitzungstage. Umstritten sind Geldwäschevorgaben und die Frage, ob einzelne Bundesstaaten die Regeln mitdurchsetzen dürfen. Die Stimmung in der Branche ist gedämpft — viele haben das Gesetz für 2026 innerlich abgeschrieben. Für den Bitcoin-Kurs (aktuell 77.285 Dollar, 39 % unter dem Hoch von 126.198 Dollar) wäre ein Erfolg ein Signal, ein Scheitern die Bestätigung der Blockade. Direkt betroffen sind auch Circle und Coinbase.

🌶️ Donnerstag und Freitag: London und Tokio

Die Bank of England entscheidet um 13 Uhr. Erwartet wird ein Halten bei 3,75 % — zum sechsten Mal in Folge. Beim letzten Mal stimmten allerdings drei von neun Mitgliedern für eine Erhöhung, weil höhere Energiepreise die Inflation hartnäckig machen könnten; die Teuerung liegt wieder bei 2,9 %. Zwei weitere Stimmen würden reichen. Am Mittwochmorgen kommen die britischen August-Inflationsdaten — also 30 Stunden vor dem Beschluss. Gouverneur Andrew Bailey hat vergangene Woche im Parlament betont, es gebe „keinen geheimen Plan" für Zinserhöhungen.

Die Bank of Japan ist der Wackelkandidat mit der höchsten Wahrscheinlichkeit: Der Leitzins liegt bei 0,75 % — dem höchsten Stand seit 1995 —, und die Terminmärkte preisen für Freitag eine Erhöhung mit rund 62 % ein, bis April 2027 sogar 0,75 Prozentpunkte in Summe. Vizegouverneur Ryozo Himino hat der Erwartung nicht widersprochen („Wir sollten den Aufwärtsrisiken bei den Preisen mehr Aufmerksamkeit schenken als früher"), Vorstandsmitglied Kazuyuki Masu verwies auf Energiekosten aus dem Iran-Konflikt. Der Yen hat darauf bereits reagiert und steht bei rund 153,6 je Dollar. Für deutsche Anleger ist das relevanter, als es klingt: Steigende Zinsen in Japan verteuern die weltweit beliebten Yen-Kredite, mit denen Investoren andernorts Aktien kaufen — im August 2024 löste genau das einen globalen Kursrutsch aus.

Und der Rest der Woche

Der rote Faden: Alle drei Notenbanken stehen vor demselben Dilemma — der Energiepreisschock treibt die Inflation, während die Konjunktur nicht stark genug ist, um höhere Zinsen locker wegzustecken. Fed und BoJ neigen zur Erhöhung, die BoE zum Abwarten. Wer diese Woche Positionen hält, sollte Mittwochabend, Donnerstagmittag und Freitagfrüh im Kalender markieren — und wissen, dass der Verfallstag am Freitag jede Bewegung verstärken kann.

Quellen: Fed-Erwartungen via CNBC und Chase; Clarity Act via CoinDesk und CNBC; Bank of England via Bank of England und HomeOwners Alliance; Bank of Japan via Bloomberg und FXStreet (HSBC). Kurse aus unseren eigenen Kursdaten (Stand 12. September 2026).

Keine Anlageberatung. Termine und Uhrzeiten nach bestem Wissen; Änderungen durch die Herausgeber sind möglich. Wahrscheinlichkeiten aus Termin- und Prognosemärkten sind Momentaufnahmen vom 12. September 2026 und keine Vorhersage.