Übersicht der vier GameStop-Insiderkäufe vom 8. bis 10. September 2026 mit Stückzahl, Kurs, Wert und dem jeweiligen Zuwachs auf die eigene Position

Vier GameStop-Insider kaufen in drei Tagen — was das wert ist

21. September 2026 · marktradar Beiträge · Insider-Analyse

Insiderkäufe sind die Ausnahme, nicht die Regel. In den 8.215 Form-4-Meldungen, die unsere Insider-Seite für die vergangenen 30 Tage erfasst hat, stehen 1.423 Käufen 6.792 Verkäufe gegenüber. Gemessen am Geld ist das Verhältnis noch deutlicher: 1,9 Milliarden Dollar gekauft, 16,2 Milliarden verkauft — auf jeden Dollar, den Insider in die eigene Firma stecken, kommen rund acht, die sie herausziehen.

Bei 405 Unternehmen hat in diesem Zeitraum überhaupt ein Insider gekauft. Bei nur 20 davon waren es vier oder mehr Personen. Und unter diesen zwanzig ist GameStop mit Abstand der größte Fall: Zwischen dem 8. und 10. September kauften vier Insider zusammen für rund 21,7 Millionen Dollar eigene Aktien — beim Zweitplatzierten sind es 12 Millionen. Nur: Nicht jeder dieser Käufe sagt dasselbe aus. Zwei davon sind ein Signal, einer ist Routine, einer ist Symbolik. Der Reihe nach.

Wer was gekauft hat

InsiderDatumStückKursWert
Lawrence Cheng · Direktor8. Sept.55.00018,80 $1,03 Mio. $
James Grube · Direktor9. Sept.10.25519,12 $196.000 $
Alain Attal · Lead Independent Director10. Sept.5.00020,00 $100.000 $
Ryan Cohen · Chairman und CEO10. Sept.1.000.00020,38 $ ⌀20,38 Mio. $

Angaben aus den bei der SEC eingereichten Form-4-Meldungen. Cohens Stücke wurden in mehreren Teilausführungen zwischen 20,0199 und 20,4699 Dollar gekauft.

Die Zahl, auf die es ankommt — und die in keiner Meldung steht

Der absolute Betrag ist die unwichtigste Größe an einem Insiderkauf. Ein Vorstand, der ein Vermögen von hunderten Millionen besitzt, kauft für eine Million, ohne dass ihn das etwas kostet. Aussagekräftig ist, um wie viel jemand seine eigene Position vergrößert — denn das misst, wie viel zusätzliches Risiko er freiwillig auf sich nimmt.

InsiderPosition davordanachZuwachs
Lawrence Cheng88.000143.000+62 %
James Grube29.43939.694+35 %
Ryan Cohen38.347.84239.347.842+2,6 %
Alain Attal596.464601.464+0,8 %

So gelesen dreht sich die Rangfolge um. Cheng hat seine Beteiligung um fast zwei Drittel aufgestockt, Grube um gut ein Drittel — das sind die beiden Käufe, die etwas bedeuten. Attals 5.000 Stück sind weniger als ein Prozent seiner Position: eine Geste, kein Bekenntnis.

Bei Cohen ist es komplizierter. 20,4 Millionen Dollar klingen gewaltig, vergrößern seinen Anteil aber nur um 2,6 % — er hielt bereits 38,3 Millionen Aktien. Cohen kauft seit Jahren regelmäßig zu; das ist bei ihm keine Nachricht, sondern Programm. Ein Detail aus der Meldung ist trotzdem interessant: Der Kauf lief nicht über einen 10b5-1-Plan, also nicht über ein im Voraus festgelegtes Automatik-Programm, sondern war eine Entscheidung im Moment. Inklusive Bezugsrechten kommt er damit auf rund 43,1 Millionen Aktien.

Das Gegengewicht: Das Bild ist nicht einstimmig. Zwei andere GameStop-Insider haben im Juli in die andere Richtung gehandelt — Daniel Moore verkaufte rund 7.000 Aktien, Mark Robinson kündigte den Verkauf von 4.000 Stück an. Beides sind kleine Beträge, aber sie gehören zur ehrlichen Darstellung dazu. Über zwölf Monate gerechnet haben GameStop-Insider per saldo für etwa 21 Millionen Dollar mehr gekauft als verkauft.

Das Timing: gekauft am Tag der Zahlen

Cheng kaufte am 8. September — dem Tag, an dem GameStop die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegte. Zu diesem Zeitpunkt stand die Aktie bei 18,89 Dollar. Heute steht sie bei 22,64 Dollar. Alle vier Insider liegen damit im Plus:

InsiderKaufkursseitdem
Cheng (8.9.)18,80 $+20,4 %
Grube (9.9.)19,12 $+18,4 %
Attal (10.9.)20,00 $+13,2 %
Cohen (10.9.)20,38 $+11,1 %

Berechnet auf den Schlusskurs vom 18. September 2026 (22,64 $). Kurse aus unseren eigenen Kursdaten.

Was die Zahlen hergeben — und was der Gewinn verschweigt

Das Quartal zum 1. August, gemeldet am 8. September, erklärt einen Teil der Kauflaune:

Eine Zahl braucht allerdings einen zweiten Blick: Der Nettogewinn von 298,7 Millionen Dollar (Vorjahr 168,6) liegt deutlich über dem operativen Ergebnis. Der Grund steht im Kleingedruckten — darin stecken rund 238 Millionen Dollar Buchgewinne auf die eBay-Beteiligung, gegengerechnet mit etwa 75 Millionen Verlust auf Digitalwerte. Wer den Gewinnsprung als operative Leistung liest, liest ihn falsch: Ein gutes Drittel davon ist eine Kursbewertung.

Die eigentliche Wette heißt eBay

GameStop hält 43,4 Millionen eBay-Aktien im Wert von 4,9 Milliarden Dollar — dazu kommen Kasse, Wertpapiere und Digitalwerte von insgesamt 5,4 Milliarden. Zum Vergleich: Der gesamte Börsenwert von GameStop liegt in derselben Größenordnung. Das Unternehmen ist damit heute zu einem erheblichen Teil eine Beteiligungsgesellschaft mit angeschlossener Ladenkette.

Cohens Vorstoß bei eBay hat sich Berichten zufolge von einer Übernahme zu einer möglichen Partnerschaft gewandelt — im Gespräch ist, dass eBay GameStops Filialen nutzt. Für den Aktienkurs ist das die größere Variable als jedes Weihnachtsgeschäft: eBay steht bei 111,84 Dollar und hat in sechs Monaten 23 % zugelegt. Steigt eBay, steigt GameStops Buchwert mit. 1,4 Milliarden Dollar an Wandelanleihen hat der Konzern im Quartal zudem getilgt.

Einordnung

Insiderkäufe sind kein Kursziel und keine Garantie. Was die Forschung ihnen zugesteht, ist ein statistischer Vorteil — und der ist am größten, wenn mehrere Insider unabhängig voneinander kaufen und wenn sie ihre eigene Position spürbar vergrößern. Beides trifft hier zu, allerdings nur auf zwei der vier Namen.

Was man aus diesen Meldungen also mitnehmen kann: Zwei Direktoren haben unmittelbar nach den Zahlen eigenes Geld in erheblichem Umfang nachgelegt, der Vorstandschef hat ohne Automatik-Programm zugegriffen. Was man daraus nicht ableiten kann: dass die Aktie billig ist. GameStop steht 19 % unter dem Jahreshoch und 13 % tiefer als vor einem Jahr; die Bewertung hängt an zwei Dingen, die nichts miteinander zu tun haben — daran, ob Sammelware den Umsatzrückgang im Spielegeschäft dauerhaft überkompensiert, und daran, was aus der eBay-Beteiligung wird. Wall Street hat auf Cohens Millionenkauf bemerkenswert gelassen reagiert.

Die Insiderkäufe der vergangenen 30 Tage — zu GameStop und zu allen anderen US-Unternehmen — finden Sie laufend aktualisiert auf unserer Insider-Seite.

Quellen: Transaktionsdaten aus den Form-4-Meldungen bei der SEC, darunter die Meldung von Ryan Cohen vom 10. September; Quartalszahlen aus der Mitteilung von GameStop zum zweiten Quartal; Einordnung der Käufe via Benzinga und The Motley Fool; Vergleichszahlen zu Käufen und Verkäufen aus unserer eigenen Form-4-Auswertung der vergangenen 30 Tage (Stand 21. September 2026); die vier GameStop-Käufe sind dort mit denselben Beträgen verzeichnet. Kurse aus unseren eigenen Kursdaten, Schlusskurse vom 18. September 2026.

Keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Insiderkäufe sind meldepflichtige Tatsachen, keine Prognose; sie können aus Gründen erfolgen, die von außen nicht erkennbar sind. Angaben zu Beteiligungshöhen stammen aus den Meldungen der Betroffenen selbst. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 21. September 2026.